Zum Inhalt

Ergebnisse der Chlorophyll-Messungen

Während unserer Überfahrt durch das westliche Mittelmeer entstand nicht nur ein Segeltörn, sondern gleichzeitig auch eine wissenschaftliche Feldstudie. Im Rahmen meiner Semesterarbeit an der ZHAW untersuchte ich, wie gut Satelliten den Gehalt an Chlorophyll-a im Meer bestimmen können. Chlorophyll-a ist der grüne Farbstoff der Algen und gilt als wichtiger Indikator für das Leben im Meer.

Probenahme auf See
Filtration der Wasserprobe

Zwischen Sardinien und der Strasse von Gibraltar wurden während rund sechs Wochen insgesamt 14 Wasserproben entnommen. Direkt an Bord wurden diese gefiltert und anschliessend photometrisch ausgewertet. So konnte bestimmt werden, wie viel Chlorophyll-a tatsächlich im Meerwasser vorhanden war.

Route

Die Arbeiten fanden unter ganz unterschiedlichen Bedingungen statt. Mal war das Meer spiegelglatt, ein anderes Mal mussten die Proben trotz über einem Meter Wellengang entnommen werden. Auch unter diesen Bedingungen konnten alle geplanten Messungen erfolgreich durchgeführt werden.

Nach der Reise begann die eigentliche Auswertung. Mit einem selbst entwickelten Python-Programm wurden automatisch Satellitendaten des europäischen Copernicus-Programms heruntergeladen und mit den Messungen auf See verglichen. Die anschliessende Analyse und Darstellung der Ergebnisse erfolgte mit R und QGIS.

Vergleich zwischen Satellitendaten und Messungen

Die Ergebnisse zeigen, dass nicht alle Satellitenprodukte gleich gut geeignet sind. Einige Modelle stimmen deutlich besser mit den gemessenen Werten überein als andere. Besonders die hochaufgelösten Produkte konnten die tatsächlichen Chlorophyll-a-Konzentrationen am zuverlässigsten wiedergeben.

Die Arbeit verbindet wissenschaftliche Forschung mit einer aussergewöhnlichen Segelreise. Sie zeigt, dass auch von einer Segelyacht aus wertvolle Umweltdaten erhoben werden können und trägt dazu bei, Satellitenmessungen künftig besser beurteilen und einsetzen zu können.